Weser Kurier: Nachfolger für die „Boatfit“

Nachfolger für die „Boatfit“ Volker Kölling 09.09.2016 Es könnte die Rettung der Refitmesse in Bremen bedeuten: Die Bremer Wassersportszene plant eine Nachfolgemesse für die „Boatfit“ im Bürgerhaus Vegesack. Dafür suchen sie aber noch Unterstützer. Die Bremer Wassersportszene wird mit Bordmitteln eine Nachfolgemesse für die von der Messe Bremen nach Hamburg verkaufte „Boatfit“ auf die Beine stellen. Am 17. und 18. März 2017 verwandelt sich das Bürgerhaus Vegesack in ein Wassersportkaufhaus mit Seminarzentrale zum Thema Refit und Bootspflege. Ein maritimer Flohmarkt findet am 18. März im Vegesacker Kulturbahnhof statt – mit Open Ship auf den Schiffen der Museumsflotte nebenan im Vegesacker Hafen. Die Entscheidung für eine neue „Boot-Refit-Messe“ in Bremen ist bereits Anfang der Woche im Bürgerhaus Vegesack bei einem Treffen des Initiativkreises mit 14 Teilnehmern gefallen. Organisator Rolf Noll sagte gleich zu Beginn: „Wir müssen hier Nägel mit Köpfen machen. Sonst läuft uns die Zeit davon.“ Am Tisch saßen potenzielle Aussteller, Vereinsvertreter, der Vegesacker Ortsamtsleiter Heiko Dornstedt, Vertreter des Bürgerhauses und des Kulturbüros Nord und auch eine Abgesandte der Bremer Wirtschaftsförderung. Vieles steht in der Planung noch am Anfang, wie Messeinitiator Rolf Noll, der Vorsitzende vom Kutter- und Museumshaven Vegesack, auch offen anspricht. So wird momentan noch nach einem passenden Namen für die Messe gesucht. "Komplettes Aus der Messe würde ein großes Loch reißen" Einige Sponsoren haben laut Rolf Noll bereits Unterstützung für die Rettung der Refitmesse in Bremen signalisiert: „Die Boatfit hatte sich im Laufe der Jahre zu einem erfolgreichen Treffpunkt vor allem für die Wassersportszene im Weserrevier entwickelt. Das komplette Aus der Messe würde ein großes Loch reißen.“ Noll, viele Messebesucher und einige der Aussteller beklagen immer noch den Alleingang des Messe-Bremen-Geschäftsführers Hans-Peter Schneider in Sachen Boatfit-Verkauf an die „Hanseboot“. Noll: „Es gab einen funktionierenden Ausstellerbeirat. Den hätte er vor Verkaufsgesprächen erst einmal ansprechen müssen, wenn er wirklich nur eine bessere Rentabilität hätte erreichen wollen.“ Nun will der Initiativkreis schon für Dienstag kommender Woche um zehn Uhr ein erstes Treffen eines neuen Ausstellerbeirates organisieren. Stattfinden soll das in den Räumen von „bootsausbildung.com“ von Klaus Schlösser. Schlösser will wie auf der Boatfit auch auf der neuen Messe Seminare vom Pyroschein bis zur Navigation mit dem iPad anbieten: „Das Bürgerhaus mit all den angeschlossenen Tagungsräumen ist dafür eigentlich noch besser geeignet als die Messehallen. Tatsächlich wollen wir aber auch noch an einer anderen Stelle eine Stärke der Boatfit erhalten: Auf keiner anderen deutschen Wassersport-Messe waren die Vorträge in der Auswahl und vom Inhalt her so gut wie in Bremen.“ Er erinnert, dass der durchschnittliche Besucher 4,5 Stunden auf der Boatfit verweilt hat, ein Traumwert für Messemacher. 30 Aussteller sollen im Bürgerhaus Platz finden Dementsprechend stark soll der Vortragsteil der neuen Messe werden. Dazu sollen im Saal des Bürgerhauses 30 Aussteller Platz finden. Auf dem Sedanplatz vor dem Bürgerhaus wird es wohl eine Fläche für Ausstellerboote geben, die nicht in den Saal passen. „Da müssen wir noch mit dem Großmarkt reden, der hier der Vermieter der Fläche ist„, sagt Noll. “Wir sollten da aber schon zeigen, was an diesem Wochenende im Bürgerhaus los ist.“ In den verschiedenen Foyerbereichen und den Zwischengeschossen will Organisator Rolf Noll all die gemeinnützigen Institutionen, Verbände und Vereine mit ihren Ständen unterbringen, die schon die Boatfit zum Treffpunkt der Wassersportszene zwischen Ems und Elbe gemacht haben. „Und wir schaffen es bestimmt auch, dort Bastelecken einzurichten, in denen man praktische Dinge vorführen kann.“ Organisator plant mit weniger Besuchern Statt mit über 10.000 Besuchern wie auf der Boatfit kalkuliert Rolf Noll für den Neustart zwanzig Kilometer weiter nördlich der Messehallen vorsichtig nur mit 2000 zahlenden Gästen. Der Eintritt soll neun Euro betragen. Das Kombiticket erlaubt dann auch den Zugang zum nautischen Flohmarkt am Sonntag im Kulturbahnhof direkt am Hafen. Insgesamt sind für die Veranstaltung Kosten von 36.000 Euro kalkuliert – mit viel Eigenleistung durch die Vereine und Verbände, die die Messe für Bremen retten wollen. Noch gibt es eine Deckungslücke von 13.000 Euro, aber auch noch einige Gesprächstermine mit potenziellen Sponsoren, wie Rolf Noll versichert. Ein erstes starkes Statement für die neue Messe kam bereits von Martina Georgus vom Teakdeckspezialisten Daniel Georgus aus Woltmershausen. Sie hat in den vergangenen Jahren auch auf der „Hanseboot“ Vorträge zum Thema Teakdeckrefit gehalten: „Aber trotz der vollmundigen Ankündigung der Hamburger, mit dem Kauf der Boatfit mehr in diesem Bereich machen zu wollen, habe ich bis heute nicht einmal einen Anruf bekommen, ob ich dabei mitmachen will.“ Martina Georgus kündigte an, die neun teuren Tage in Hamburg zu streichen. Sie will sich nun voll für die Bremer Refitmesse auch bei ihren Ausstellerkollegen einsetzen: „Wenn man es nicht ausprobiert, weiß man nachher nicht, ob es geklappt hätte. So ist das nun einmal.“

Presseartikel aus dem Weser Kurier vom 09.09.2016 zur Nachfolge einer Boot- und Refit-Messe in Bremen nach dem Verkauf der „Boatfit“ an die Hanseboot-Messe nach Hamburg.

Der Artikel aus dem Weser Kurier vom 9. September 2016:
Nachfolger für die „Boatfit“ steht auch online auf der WK-Webseite zur Verfügung.

One thought on “Weser Kurier: Nachfolger für die „Boatfit“

  • Da der Link zum Vorschlag für einen neuen Namen nicht funktioniert, hier mein Vorschlag:
    „Das Boot“
    Simpel, umfassend, einprägsam.
    Eine Verwechslung mit dem gleichnamigen Film ist ja eher unwahrscheinlich.

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